Mainpost 10. August 2009

EIN SCHÖNER TRAUM |
Begeisternde Shakespeare-Aufführung in der Burg Schwarzenfels


SCHWARZENFELS.
Einfach Kultur. Nicht einfach. Aber einfach schön. Ein Sommernachtstraum auf der Burg Schwarzenfels. Die Gäste kamen voller Erwartung in das Stück der Bergwinkel Festspiele und wohl auch in die historische Kulisse. Nach drei Stunden Theater aus der Feder William Shakespeares gingen sie nach Hause, beseelt mit einem Stück Traum aus einer anderen Welt.

In die hatte sie Regisseur Günther Keim sie entführt. In die Welt der Sagen, Mythen und Elfen. Und im Vordergrund die Liebe, der das Unglück besiegelt scheint, für die sich aber schließlich doch mit einer Dreifachhochzeit alles zum Guten wendet. 45 Darsteller brachten das vor etwa 400 Jahre von Shakespeare geschriebene und immer wieder aktuelle Stück auf die Bühne. Im Burggarten und im Marstall in Szene gesetzt, der in eine Feengrotte verwandelt war, sollten die Liebespaare schlussendlich zusammen finden, „find't seinen Deckel jeder Topf“ wie der kleine, durchtriebene Waldgeist Puck zum Schluss des Stückes resümierte.

Unter den grünen Haaren dieses Gnoms steckte Regisseur Günther Keim selbst. Als Kobold diente er dem Feenfürsten Oberon, lediglich mit Farbe und Fellimitat an den Beinen bekleidet. Auch die Kostüme der vielen Elfchen mit Namen wie Erbsenblüte, Spinnweg, Motte und Senfsamen wirkten zauberhaft. Mit Papillotenlöckchen umschwirrten sie im Elfenland leichten Fußes die übrigen Darsteller. Eine schöne Sache für die Mädchen, das in der Schlüchterner Tanzschule „Ballettsaal“ Erlernte, gleich auf die Bühne bringen zu dürfen.

Doch nicht nur das. Sind sie es doch, die Kinder und Jugendlichen, die der Veranstalter Verein Theaterkultur Bergwinkel mit seiner Arbeit unterstützen möchte. Die Festspiele auf der Burg befinden sich nun seit zwei Jahren in Händender Vorsitzenden Claus Werckmeister und Peter Büttner. In Mario Flaschentraeger aus Mottgers haben die beiden einen Unterstützer gefunden, der mit seiner Marketing-Firma „Commpany“ die Veranstaltung nicht nur zum großen Teil organisiert, sondern die Hälfte der Karten der letzten Vorstellung übernommen hat, im Rahmen einer Charity-Veranstaltung.

Mit den Einnahmen soll in Kooperation mit den Kirchen im Sinntal das Kulturangebot erweitert werden. „In Deutschland werden Elite-Universitäten diskutiert und hier fällt in den Schulen der Putz von den Decken“, wies Flaschentraeger auf die Zustände hin.
Bleibt zu hoffen, dass die Aufführungen auf Burg Schwarzenfels Wiederholungen finden. Den Zuschauern entlockte die Vorstellung Äußerungen wie „Ich bin begeistert, das hat ja was hier.“ Oder aber von einem Vierjährigen „Das ist ja lustig“. Für das „lustig“ sorgten in erster Linie Puck und Pyramus. Letzterer hatte eine Rolle in dem Stück Pyramus und Thisbe, das im Sommernachtstraum als Parodie verarbeitet war.

Ein strahlender Günther Keim samt Team nahmen schließlich tosenden Applaus entgegen. „Ein großer Motivator vereinige sich in Günther Keim“, sagten die Vorsitzenden Werckmeister und Büttner eingangs. Die Leute zu motivieren und gelegentlich so zu kritisieren, dass sie trotzdem wieder kommen, das könne nicht jeder. „Er kann garstig sein und dabei den Haufen auch zusammen führen“, beschreiben die beidenKeim. Ein kleiner grüner Puck also, der bei den Proben zwischen den Darstellern umherhüpfend und zischend so ein bisschen Galle versprüht. Der Erfolg zählt: Sieben Vorstellungen, ausverkauft zu jeweils 90 Prozent.

von: Pia Richter

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